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Süßstoffe im Alltag: Mythen, Unterschiede und was dahintersteckt

Süßstoffe im Alltag: Das Wichtigste in Kürze

  • Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe sind vor allem ein Thema für Küche, Geschmack und Verbraucherorientierung – nicht nur für hitzige Debatten.
  • Im Artikel zeigen wir dir, welche Mythen rund um Süßungsmittel kursieren, welche Stoffe zugelassen sind und worin sich die verschiedenen Gruppen unterscheiden.
  • Für den Alltag ist vor allem wichtig, wie sich ein Süßungsmittel beim Süßen, Backen oder in Rezepten einsetzen lässt.
  • Wenn du praktische Optionen für deine Küche suchst, können wir dir mit Erythrit für viele Backrezepte und Daily Flavour für abwechslungsreiche Geschmacksrichtungen passende Produkte für den Alltag zeigen.

„Süßungsmittel sind Chemie.“

„Aspartam ist gefährlich.“

„Süßstoffe verursachen Heißhunger.“

Kommen dir diese Aussagen bekannt vor? Vielleicht achtest du im Alltag gezielt auf Produkte mit weniger Zucker oder suchst nach Möglichkeiten, Speisen und Getränke anders zu süßen. Beim Blick auf die Inhaltsstoffe stellst du dann fest, dass immer mehr Produkte Süßungsmittel enthalten. Du fragst dich womöglich, was genau hinter Süßstoffen steckt und worin sie sich unterscheiden.

Über kaum eine Art von Zusatzstoffen gibt es so viele Mythen wie über Süßstoffe. Gleichzeitig nehmen weltweit täglich weit mehr als eine Milliarde Menschen Süßstoffe zu sich. Wie kann es also sein, dass sich einige dieser Mythen so lange halten?

Eines ist klar: Süßstoffen eilt ein schlechter Ruf voraus. Dabei konnten viele der Mythen über Süßstoffe in wissenschaftlichen Studien nicht bestätigt werden, sodass sich ein genauer Blick auf die Hintergründe lohnt.

Mithilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse prüfen wir in diesem Artikel, was hinter den Mythen steckt, und geben dir einen Überblick sowie Informationen rund um das Thema Süßungsmittel.

1. Warum schmeckt Süßes so gut?

Zucker liefert Energie in Form von Kalorien. Da der menschliche Körper Energie benötigt, hat sich der Geschmackssinn über sehr lange Zeit so entwickelt, dass süß schmeckende Lebensmittel vielen Menschen besonders gut gefallen. Das ist wohl auch der Grund dafür, warum Süßigkeiten für die meisten Personen so lecker sind.

Auch in Studien, die sowohl an Menschen als auch an anderen Tieren durchgeführt wurden, haben Wissenschaftler untersucht, warum süßer Geschmack so anziehend wirkt. Dabei steht vor allem die geschmackliche Vorliebe für Süßes im Mittelpunkt.

2. Wozu wurden Süßstoffe entwickelt?

Künstliche Süßstoffe wurden entwickelt, um wie Zucker zu schmecken, aber anders als klassischer Haushaltszucker eingesetzt zu werden. Zucker hat pro Gramm etwa 4 Kalorien, Süßstoffe mit starker Süßkraft werden dagegen in sehr kleinen Mengen verwendet.

Das Ziel war es, eine Möglichkeit zu schaffen, Lebensmitteln und Getränken Süße zu verleihen, ohne dafür dieselbe Menge Zucker einzusetzen. Gerade in Getränken, Desserts oder anderen Alltagsprodukten spielt dieser technologische Unterschied eine wichtige Rolle.

3. Was ist dran an den Süßstoff Mythen?

Im Laufe der Zeit haben sich viele Mythen um Süßstoffe gebildet. Mit diesen Mythen wollen wir in diesem Artikel aufräumen.

Los geht’s mit dem ersten Mythos...

Mythos 1: Süßstoffe und Körpergewicht

“Süßstoffe machen dick, schließlich werden sie in der Schweinemast eingesetzt, um die kleinen Ferkel dick zu machen.”

Ja, Süßstoffe werden in der Aufzucht von Schweinen eingesetzt. Allerdings nicht, um die kleinen Ferkel dicker zu machen. Der Grund für den Einsatz ist ein anderer: Muttermilch ist bei Schweinen sehr süß. Wenn die Ferkel von der Muttermilch an das Trockenfutter gewöhnt werden, schmeckt ihnen dieses zunächst nicht. Um den Ferkeln die Umgewöhnung zu erleichtern, wird das Futter anfangs mit Süßstoff gesüßt. Sobald die Ferkel umgewöhnt sind, wird der Süßstoff nicht mehr beigegeben.

Mythos 2: Süßer Geschmack und Appetit

“Wenn man Süßstoffe zu sich nimmt, dann denkt der Körper, dass gleich etwas Süßes kommt. Deswegen schüttet er vorsorglich schon mal Insulin aus. Weil dann aber doch kein Zucker kommt, sinkt der Blutzuckerspiegel in den Keller und man stopft alles in sich rein, was einem in die Quere kommt.”

Was hier beschrieben wird, wird in der Wissenschaft „cephalischer Insulinreflex“ genannt. Dabei wird davon ausgegangen, dass allein der süße Geschmack bereits eine bestimmte Reaktion auslösen soll. In Studien konnte dieser Effekt bislang jedoch nicht eindeutig belegt werden, während andere Untersuchungen zu einer deutlich zurückhaltenderen Einordnung kommen.

Obwohl normaler Haushaltszucker und Süßstoffe unterschiedlich sind, lassen sich die Unterschiede geschmacklich oft kaum herausschmecken. Für den Geschmackssinn werden beide meist als süß empfunden. In einigen Versuchen haben Wissenschaftler sogar festgestellt, dass Menschen den Geschmack künstlicher Süßstoffe gegenüber klassischem Zucker bevorzugen.

Gerade deshalb lohnt sich bei diesem Mythos ein nüchterner Blick: Süßer Geschmack allein lässt sich nicht so einfach auf ein starres Reaktionsmuster im Alltag reduzieren.

Mythos 3: Süßstoffe und Darmthemen

“Süßstoffe greifen den Darm an.”

Manche Studien zeigen, dass Süßstoffe die Darmflora verändern können. Diese Studien wurden allerdings an Ratten durchgeführt. Umgerechnet auf einen Menschen entsprachen die Mengen bei diesen Tests einem kompletten Süßstoff-Tablettenspender am Tag. Die Tests wurden also weder an Menschen noch mit realistischen Mengen durchgeführt.

Wichtig dabei ist, dass in den Studien nicht gesagt wird, dass es sich automatisch um eine negative Veränderung handelt. Aus solchen Einzelstudien lässt sich deshalb keine pauschale negative Alltagsaussage ableiten. Grundsätzlich verändert sich die Darmflora mit vielen Lebensmitteln und Ernährungsgewohnheiten.

Mythos 4: Sicherheitsfragen rund um Süßstoffe

“Süßstoffe machen unfruchtbar, blind, taub, dumm und verursachen schwere gesundheitliche Probleme.”

Süßstoffe sind Zusatzstoffe und unterliegen damit auch der Süßungsmittel-Richtlinie der Europäischen Union. Für die Zulassung von Lebensmittelzusatzstoffen ist in Europa die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit zuständig. Hier laufen viele Studien zusammen, auf deren Grundlage zwölf Süßstoffe als Zusatzstoffe für den Einsatz in Lebensmitteln zugelassen wurden.

4. Welche Süßstoffe sind zugelassen?

Übersicht durch die Europäische Union zugelassene Süßstoffe:

  • Acesulfam-K (E 950)
  • Acesulfam-Aspartam-Salz (E 962)
  • Advantam (E 969)
  • Aspartam (E 951)
  • Cyclamat (E 952)
  • Enzymatisch hergestellte Steviolglycoside (E960c)
  • Neohesperidin DC (E 959)
  • Neotam (E 961)
  • Saccharin (E 954)
  • Steviolglycoside (E 960)
  • Sucralose (E 955)
  • Thaumatin (E 957)

Tatsächlich gehören Süßstoffe zu den am intensivsten erforschten Zusatz- und Ersatzstoffen überhaupt. Für Verbraucher ist deshalb vor allem wichtig zu verstehen, dass ihrer Zulassung ein umfangreicher Prüfprozess vorausgeht.

So verfolgte die Studie des Mario-Negri-Instituts für pharmakologische Forschung in Italien 9000 Teilnehmer über 13 Jahre und analysierte ihren Konsum von Süßstoffen. Die Forscher konnten dabei keinen Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Süßstoffen und dem untersuchten Risiko herstellen.

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Süßstoffe sind nicht nur chemisch hergestellt. Die Blätter der Stevia-Pflanze werden schon seit hunderten Jahren in vielen Ländern genutzt, um Tee damit zu süßen. In Europa wurde der Süßstoff zuerst vielen Tests unterzogen, bevor er dann im Dezember 2011 zugelassen wurde. Sechs Jahre später hatte laut einer Umfrage bereits die Hälfte der deutschen Bevölkerung ein mit Stevia gesüßtes Produkt probiert.

Bei dem zugelassenen Stoff handelt es sich nicht um die ursprüngliche Pflanze, sondern um einen extrahierten Stoff aus der Stevia-Pflanze, dem Steviolglycosid.

Steviolglycosid ist ein reines Stevia. Ein gutes Stevia-Produkt mag auf den ersten Blick ziemlich teuer wirken, hat aber eine 300-fache Süßkraft von Haushaltszucker. Das heißt: Statt eines Teelöffels Zucker brauchst du nur eine winzige Menge Stevia.

Stevia ist somit sehr ergiebig. Und wenn es ein reines Stevia ist, schmeckt es auch sehr angenehm süß. Falls du auch mal Kuchen, Kekse oder Muffins backen möchtest, bringt Stevia nicht so viel, da es keine Masse liefert. Also müsstest du dann wieder mehr Mehl reinpacken.

5. Was bedeuten E-Nummern?

E-Nummern werden von der Europäischen Union zur Kennzeichnung der Zusatzstoffe in Lebensmitteln vergeben. Das E steht für Europa.

6. Welche weiteren Süßungsmittel gibt es?

Neben den Süßstoffen gibt es noch die Zuckeraustauschstoffe, die im Lebensmittelrecht in Deutschland als Süßungsmittel zusammengefasst werden. Zuckeraustauschstoffe werden auch als Zuckeralkohole oder mehrwertige Alkohole bezeichnet.

7. Was ist der Unterschied zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen?

Zwischen Süßstoffen und Zuckeraustauschstoffen gibt es ein paar kleine Unterschiede:

Süßstoffe werden in sehr kleinen Mengen eingesetzt. Zuckeraustauschstoffe verhalten sich in Rezepten oft etwas anders und können je nach Produkt mehr Volumen mitbringen. In großen Mengen können einige Zuckeraustauschstoffe außerdem den Verdauungskomfort beeinflussen. Wenn du so etwas bei dir bemerkst, lohnt es sich, die Menge im Alltag anzupassen.

8. Welche Zuckeraustauschstoffe sind zugelassen?

In der Europäischen Union sind acht Zuckeraustauschstoffe als Zusatzstoffe zugelassen:

  • Sorbit (E 420)
  • Mannit (E 421)
  • Isomalt (E 953)
  • Maltit (E 965)
  • Lactit (E 966)
  • Xylit (E967)
  • Erythrit (E 968)
  • Polyglycitolsirup (E 964)

9. Unsere Lieblings-Süßungsmittel-Alternativen zu Zucker

Wir können es gut verstehen, wenn du auf stark verarbeitete Produkte verzichten willst. Das finden wir im Prinzip auch gut und richtig. Es ist uns aber wichtig zu verdeutlichen, dass Süßungsmittel sehr unterschiedlich sind und sich vor allem beim Einsatz in Küche und Alltag unterscheiden. Im Folgenden wollen wir dir noch unsere zwei Lieblings-Süßungsmittel vorstellen, die sich wunderbar zum Backen und Süßen deiner Speisen eignen.

Erythrit

Erythrit hört sich ziemlich chemisch an, kommt aber auch natürlicherweise in Obst, Gemüse und Pilzen vor. Für größere Mengen wird es mittels Fermentation, also Vergärung, gewonnen. Zum Backen ist das praktisch, weil es sich in vielen Rezepten gut einsetzen lässt und im Vergleich zu hochintensiven Süßstoffen mehr Volumen mitbringt. Du könntest mit Erythrit von VitaMoment zum Beispiel die Kaffeezeit-Kekse aus folgendem Rezept-Video ausprobieren:

Wenn du beim Süßen und Backen eine alltagstaugliche Alternative suchst, ist Erythrit vor allem wegen seiner vielseitigen Verwendung in der Küche interessant.

Daily Flavour Geschmackspulver

Wenn du dir neben Süße auch noch Geschmack wünschst, dann haben wir da etwas für dich. Mit dem Daily Flavour Geschmackspulver kannst du Quark, Kuchen, Eiweiß-Shakes und vielen weiteren Speisen ganz einfach einen von acht verschiedenen Geschmacksrichtungen verleihen. Das Pulver kannst du dabei individuell dosieren, bis der Geschmack die gewünschte Intensität erreicht hat.

Tatsächlich ist das Daily Flavour so vielfältig einsetzbar, dass wir in unserem Bereich mit unzähligen Rezepten einen eigenen Bereich für die Verwendung von Geschmackspulver eingerichtet haben, wo du dich inspirieren lassen kannst. Hier gelangst du zu den Rezepten mit dem Geschmackspulver und vielen weiteren Zutaten.

Fazit

Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe können Haushaltszucker in Speisen und Getränken je nach Verwendungszweck gut ergänzen oder ersetzen. Entscheidend ist vor allem, dass du die Unterschiede kennst und das passende Produkt für deine Küche auswählst.

In diesem Artikel geht es nicht darum, einen zusätzlichen Konsum von Süßungsmitteln zu fördern. Aber wir glauben eher an gut recherchierte Fakten als an bloße Panikmache ohne Grundlage. Und falls du dann doch mal nach süßen Lebensmitteln greifst oder einen Kuchen backen willst, hast du mit verschiedenen Süßungsmitteln einige Möglichkeiten für mehr Auswahl beim Süßen und Backen.

Mit unserem Erythrit kannst du Speisen und Getränke alltagstauglich süßen und flexibel beim Backen arbeiten. Mit Daily Flavour gibst du deinen Gerichten zusätzliche abwechslungsreiche Geschmacksnoten.

Unabhängig davon, ob es um Zucker, Süßstoff oder einen anderen Zuckerersatz geht: Du solltest dir dein eigenes Leben nicht übersüßen. Oft tut es im Gegenteil gut, das Leben etwas weniger süß zu gestalten. Schon nach wenigen Tagen mit weniger Süße stellt sich dein Geschmack oft von allein um und lässt dir auch weniger gesüßte Speisen süßer vorkommen. Außerdem lernst du den natürlichen Geschmack guter Lebensmittel wieder besser kennen.

Übrigens: Zucker ist in mehr Produkten versteckt, als du womöglich erwartest. Das Gemeine ist, er tarnt sich hinter vielen Namen. Mehr Informationen erhältst du in diesem Artikel:

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